THG-Quote 2026: was hinter der Prämie steht
Wer die THG-Prämie verstehen will, muss die Quote kennen: wer sie erfüllen muss, wie Strom aus Ihrem Auto darauf zählt und was sich 2026 geändert hat.
Nachgerechnet von Radif Partners · Redaktionsgrundsätze · So rechnen wir
Wie viel Strom auf die Quote zählt
Angerechnete Menge im Jahr
6.000 kWh
| Schätzwert ohne Faktor | 2.000 kWh |
| Faktor für Strom | × 3 |
| Meldung beim Umweltbundesamt | bis 28. Februar des Folgejahres |
Nur reine Elektrofahrzeuge; der Halter laut Zulassungsbescheinigung kann die Menge einmal im Jahr über einen Anbieter verkaufen.
Die Treibhausgasminderungsquote, kurz THG-Quote, verpflichtet Unternehmen, die Benzin und Diesel in Deutschland verkaufen, die Emissionen ihrer Kraftstoffe jedes Jahr um einen festgelegten Anteil zu senken. Eine Möglichkeit, das zu erreichen, ist Strom, der in Elektrofahrzeugen verbraucht wird. Die 38. Bundes-Immissionsschutzverordnung erlaubt, diesen Strom 3-fach anzurechnen. Weil Privatleute ihren Ladestrom nicht messen, setzt das Umweltbundesamt für jeden reinen Elektro-Pkw einen Schätzwert von 2.000 kWh im Jahr an, für einen leichten Transporter 3.000 kWh; angerechnet werden also 6.000 und 9.000 kWh. Für 2026 gilt ein THG-Wert des Stroms von 119 kg CO2-Äquivalent je Gigajoule. Am 24. April 2026 hat der Bundestag ein Gesetz beschlossen, das die Quote bis 2040 auf 65 % anhebt. Halter verkaufen ihren Anteil über einen Anbieter; der Erlös ist die THG-Prämie.
Eine Pflicht für Mineralölunternehmen, ein Markt für Halter
Das Bundes-Immissionsschutzgesetz legt fest, um welchen Anteil die Treibhausgasemissionen der in Verkehr gebrachten Kraftstoffe sinken müssen. Wer diese Pflicht hat, kann sie auf mehreren Wegen erfüllen: Biokraftstoffe beimischen, grünen Wasserstoff einsetzen oder Minderungen anderer anrechnen lassen. Die 38. BImSchV beschreibt, wie Strom für Elektrofahrzeuge dazu beiträgt. Damit entsteht ein Markt: Auf der einen Seite stehen Unternehmen, die Quote brauchen, auf der anderen Halter von Elektroautos, die Strommengen liefern können. Anbieter dazwischen sammeln tausende Fahrzeuge, lassen die Mengen bescheinigen und verkaufen sie in großen Paketen.
Vom Fahrzeugschein zur bescheinigten Menge
- Sie laden die Zulassungsbescheinigung Teil I bei einem Anbieter hoch. Er prüft, ob das Fahrzeug rein elektrisch fährt und Sie Halter sind.
- Der Anbieter meldet die gesammelten Fahrzeuge beim Umweltbundesamt, spätestens bis zum 28. Februar des Folgejahres.
- Das Amt bescheinigt für jedes Fahrzeug den Schätzwert; doppelte Meldungen desselben Autos im selben Jahr fallen dabei auf.
- Der Anbieter verkauft die bescheinigte Menge an ein verpflichtetes Unternehmen, das sie auf seine Quote anrechnen lässt.
- Sie erhalten den vereinbarten Betrag. Wie viel das ist, erklärt die Seite THG-Prämie.
Die Zahlen, mit denen gerechnet wird
| Größe | Wert 2026 | Herkunft |
|---|---|---|
| Schätzwert Elektro-Pkw (M1) | 2.000 kWh im Jahr | Bekanntmachung des Umweltbundesamts |
| Schätzwert leichtes Nutzfahrzeug (N1) | 3.000 kWh im Jahr | Bekanntmachung des Umweltbundesamts |
| Faktor für Strom | × 3 | 38. BImSchV |
| THG-Wert des Stroms | 119 kg CO2-Äq. je GJ | Bekanntmachung für 2026 |
| Quote im Jahr 2040 | 65 % | Gesetzesbeschluss vom 24. April 2026 |
Der THG-Wert des Stroms beschreibt, wie viel Treibhausgas der deutsche Strommix je Energieeinheit verursacht. Je sauberer der Strom, desto größer der Abstand zu Benzin und Diesel und desto mehr Minderung bringt eine Kilowattstunde. Für den Halter spielt diese Größe keine direkte Rolle: Er verkauft eine Strommenge, keine Tonnen CO2. Eine Umrechnung in eingesparte Tonnen wäre hier eine Schätzung, die keine amtliche Stelle für einzelne Autos veröffentlicht.
Was das Gesetz von 2026 bedeutet
Am 24. April 2026 hat der Bundestag das Gesetz zur Weiterentwicklung der Quote beschlossen. Es hebt die Pflicht der Mineralölunternehmen in Stufen an, bis auf 65 % im Jahr 2040. Eine höhere Pflicht bedeutet mehr Nachfrage nach Minderungen, also tendenziell stabilere Preise für Quoten. Ob sich das in den Prämien der kommenden Jahre zeigt, hängt aber auch davon ab, wie viele Elektroautos und andere Erfüllungsoptionen auf den Markt kommen. Die Werte für 2027 und später sind beschlossen und angekündigt, gelten aber jeweils erst in ihrem Jahr. In Ratgebern kursieren außerdem Angaben zu einem geänderten Faktor für Strom; einen amtlichen Text dazu gibt es nicht, deshalb rechnet diese Seite weiter mit dem Faktor 3.
Beispiel: Haushalt mit zwei Autos
Eine Familie fährt zwei Elektro-Pkw, beide auf sie zugelassen. Für jedes Auto setzt das Amt 2.000 kWh an, zusammen werden 12.000 kWh auf die Quote angerechnet. Sind die beiden Autos auf zwei verschiedene Personen zugelassen, verkauft jede ihr eigenes Auto; zusammenlegen lässt sich nichts, weil der Halter im Schein entscheidet.
Beispiel: Handwerksbetrieb mit Transportern
Ein Betrieb hat zwei Elektro-Pkw und drei elektrische Transporter der Klasse N1 zugelassen. Vor dem Faktor sind das 13.000 kWh, angerechnet 39.000 kWh. Anbieter zahlen für Nutzfahrzeuge eigene Preise, und für Flotten gibt es oft eigene Verträge. Den Mini-Rechner oben können Sie mit Ihren Stückzahlen füllen.
| Fuhrpark | Schätzwert | Angerechnet |
|---|---|---|
| 1 Pkw | 2.000 kWh | 6.000 kWh |
| 2 Pkw | 4.000 kWh | 12.000 kWh |
| 2 Pkw und 3 Transporter | 13.000 kWh | 39.000 kWh |
Was nicht auf die Quote zählt
- Plug-in-Hybride: Der Schätzwert gilt nur für reine Elektrofahrzeuge, auch wenn ein Hybrid viel elektrisch fährt.
- Elektro-Motorräder und Leichtfahrzeuge: Sie sind in eigenen Klassen eingetragen; ob ein Anbieter sie annimmt, steht in seinen Bedingungen.
- Ein Auto, das im Quotenjahr schon von einem früheren Halter verkauft wurde.
- Eine Meldung nach dem Stichtag des Anbieters, auch wenn die gesetzliche Frist noch läuft.
Wie der Preis einer Quote entsteht
Kein Gesetz nennt einen Preis je Kilowattstunde. Die verpflichteten Unternehmen vergleichen, was sie eine Tonne Minderung auf dem jeweils günstigsten Weg kostet: Biokraftstoff, Wasserstoff, Strom oder die Strafzahlung, die fällig wird, wenn sie ihre Pflicht verfehlen. Die Strafzahlung wirkt wie eine Obergrenze, denn mehr als sie würde niemand für eine Quote bezahlen. Nach unten drückt ein großes Angebot: In Jahren, in denen viele Elektroautos neu zugelassen werden oder viel Biokraftstoff angerechnet wird, fallen die Preise. Deshalb schwankten die Prämien für Halter in den vergangenen Jahren stark, und deshalb ist ein Betrag, den ein Anbieter für ein Jahr zusagt, keine Aussage über das nächste. Die steigende Pflicht bis 2040 spricht eher für Nachfrage, die wachsende Zahl von Elektroautos eher für mehr Angebot.
Drei Missverständnisse
Erstens: Die Prämie ist keine Förderung des Staates und hat mit dem BAFA nichts zu tun; sie wird zwischen Unternehmen gehandelt. Zweitens: Wer viel fährt, bekommt nicht mehr, denn der Schätzwert ist eine Pauschale für jedes Fahrzeug. Drittens: Die gesetzliche Meldefrist im Folgejahr ist nicht die Frist, die für Sie gilt; maßgeblich ist der Stichtag des Anbieters, bei dem Sie Ihren Schein einreichen.
Was Sie für die Meldung brauchen
Mehr als ein gut lesbares Foto oder einen Scan der Vorder- und Rückseite der Zulassungsbescheinigung Teil I verlangt kein Anbieter, dazu Ihre Kontoverbindung für die Auszahlung. Eine Rechnung über den Strom, ein Ladeprotokoll oder einen Nachweis über eine Wallbox braucht es nicht, weil der Schätzwert gilt.
Die Quote und die Kaufförderung
Die Quote ist ein Instrument des Klimaschutzrechts für Kraftstoffe, die Kaufförderung eine Zuwendung aus dem Bundeshaushalt. Beide gelten nebeneinander: Wer mit der Förderung ein Elektroauto kauft, kann ab dem Zulassungsjahr zusätzlich jedes Jahr die Quote verkaufen. Die Haltedauer der Förderung von 36 Monaten berührt die Quote nicht, und ein Verkauf der Quote gefährdet die Förderung nicht. Wie die Steuer dazukommt, zeigt der Kfz-Steuer-Rechner; was das Laden zu Hause kostet und welche Zuschüsse es gibt, steht unter Wallbox-Förderung.